Leipzig für Alle: Aktionsbündnis Wohnen auf der GSO 2018

Am Sonntag waren wir bei der Global Space Odyssey 2018 – einem jährlich stattfindenden kulturpolitischem Umzug. Gemeinsam mit mehr als 1000 anderen Menschen und vielen Crews aus der Clubszene zogen wir unter dem diesjährigen Motto Diversität, Solidarität, Verantwortung tanzend durch die den Straßen.

Dabei ging auch um steigende Mieten und eine Gesellschaft für alle Menschen. Auch die Clubszene und Crews streiten für ein solidarisches Miteinander, für einen fairen Umgang und für die Freiheit und das zeichnet Leipzig aus.

Unser Redebeitrag auf der GSO

Wer wohnt zur Miete?

In dieser Stadt leben fast 90% der Menschen zur Miete. 
In dieser Stadt leben fast 90% der Menschen in einem Abhängigkeitsverhältnis,
einem Abhängigkeitsverhältnis zu den Besitzern
in deren Häusern sie wohnen.

In dieser Stadt leben mehr als 500.000 Menschen.
Träumen, trinken, tanzen.
Und viele haben auch Angst.
Ganze Häuser voller Angst gibt es.
Wann kommt der Brief?
Mit der erhöhten Mietforderung,
mit der Modernisierungsankündigung,
mit der Kündigung.

Wo gehen wir hin?
Wohin werden wir getrieben?
Bleibt für uns der Rest, den keiner will?
Gibt es noch einen Platz für meine Freundin, mein Fahrrad, meine Kinder?

Wer über Jahre kämpft hat leider oft wenig Erfolge.
Der kann sich eigentlich auch nicht teure Gutachten und Rechtsanwälte leisten.
Der will eigentlich eins.
Leben.
Wohnen.

…und dass die Angst weg ist.
Die Erschütterung des Privaten durch die Gier nachlässt.

Wehren wir uns.
Geben wir nicht auf.
Seien wir trotzig.

Kein Argument kann stechen, wenn es nur um Geld geht.

Was kann das Versprechen auf Besitz ersetzen?

Ein schattiges Plätzchen?
Trinken bei Durst?
Liebe in der Not?
Küsse in der Nacht?
Es geht um das große Geld für wenige.

Es geht darum,
einer Logik des Verwertens und
des „sich Rechnens“ entgegenzutreten.

Schreiben wir Gedichte.
Singen wir Lieder.
Schlagen wir Rad.
Und streiten um unsere Stadt, die wir gemacht haben.
Mit unserem Leben.

Geben wir nicht unser Kostbarstes anheim, unsere Gemeinschaft.

Solidarität ist einzufordern von den Verantwortlichen.

Mit Nachdruck fordern wir:

Handelt jetzt!
Gegen Mietwucher und Modernisierungswahn.
Für unsere Freiheit in Kreativität.
Für die Räume zu leben.

Liebe deine Stadt!

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