Flyer und Plakate für die Demo

Die Flyer und Plakate  für die Demo am 6. April könnt ihr an folgenden Orten abholen:
→ Linxxnet (Brandstr.15, Mo-Frei 10:00-18:30 Uhr)
→ Pöge-Haus (am Neustädter Markt, Hedwigstr. 20, tägl. 9-17 Uhr)
→ Jedermanns (Rosa-Luxemburg-Str. 19/21, Di, Do 10-16 Uhr, Mi 10-12 Uhr, Fr 10-15 Uhr)
→ Haus Steinstraße e.V. (Steinstr. 18)
→ Interim (Demmeringstr. 32, Mo-Frei 12-19 Uhr)

Aufruf zur Demonstration gegen Verdrängung und #Mietenwahnsinn am 6. April 2019

Die Großstädte boomen, so auch Leipzig. Zuzug, Geburtenwachstum und die Attraktivität der Stadt – vor allen Dingen aufgrund ihrer Kultur, der (einst) bezahlbaren Mieten und vielen Grünflächen – haben Leipzig zu einer der am dynamischsten wachsenden Städte gemacht. Die Probleme, die damit einher gehen, sind unübersehbar. In den meisten Stadtteilen steigen die Mieten unaufhörlich, Modernisierungsmaßnahmen werden als Verdrängungsinstrumente genutzt, um bestehende Mietverträge zu beenden und mehr Rendite zu erwirtschaften. Verdrängt werden dabei zuallererst Menschen, die sich die höhere Miete nicht leisten können. Verdrängt werden Kultureinrichtungen, die

Leipzig einst zum Hotspot der kreativen Szene und junger Menschen gemacht haben.

Bedroht werden sie auch durch eine heranrückende Wohnbebauung, in der dank Mietpreisen ab 10€ aufwärts, auch Menschen wohnen, die sich zwar viel leisten können, aber freie Kultur und Szene nicht zu schätzen wissen.

Längst ist der Wohnungsmarkt in Leipzig angespannt. Die Prozesse der sozialen Entmischung haben zugenommen. Bereits jetzt beträgt das Verhältnis zwischen Nettoeinkommen und aufgewendeter Miete in Leipzig 37 Prozent. Wohnen ist damit zum Armutsrisiko geworden in einer Stadt mit einem der bundesweit geringsten Nettoeinkommen. Mit dem Bauboom, der Angebotsmieten ab 10€ schafft, verschwinden auch Grünflächen, Kulturstätten und allgemein Freiräume.

Das, was Leipzig einst ausgezeichnet hat, verschwindet zugunsten von Rendite und Prestigeprojekten, die für viele Menschen kaum zu bezahlen sind. Gleichzeitig wehren sich immer mehr Menschen gegen die zunehmenden Mieten, gegen die Verdrängung. Auch die Politik ist darauf aufmerksam geworden. Aber sowohl die viel zu zaghaft angelegten Programme zum sozialen Wohnungsbau als auch die Milieuschutzsatzungen zeigen bislang ausreichend Wirkung.

Wir stellen fest: Das ist viel zu wenig! Uns reicht es! Wir verlangen eine Wohnungspolitik, die an den Bedürfnissen aller Bewohner *innen orientiert ist. Wohnen ist ein Menschenrecht. Unser langfristiges Ziel ist die Vergesellschaftung von Wohnraum – ein erster Schritt dahin ist die Schaffung eines nicht marktförmigen, nicht profitorientierten Wohnungssektors.

Wir fordern:

✔ die Ausweitung der Programme zum sozialen Wohnungsbau,

✔ eine neue Offensive im Bereich der Bodenpolitik, die Grundstücks- und Immobilienspekulationen wirksam eindämmt,

✔ die Stärkung der Mieter*innenrechte bei Kündigungen und Räumungen, die die soziale Perspektive der Betroffenen in den Blick nimmt,

✔ die Ausweitung von Milieuschutzsatzungen, um den sprunghaften Anstieg der Mieten in den Quartieren zu unterbinden,

✔ den Erhalt von Freiflächen und Kulturräumen.

✔ die Einführung der Mietpreisbremse für Leipzig nach sinnvoller Reformierung des Instruments.

Wir rufen alle Menschen auf, gemeinsam mit uns am 6. April 2019 auf die Straße zu gehen und diese Forderungen deutlich zu machen. In der bundesweiten #Mietenwahnsinn-Aktionswoche wollen wir unserem Anliegen Ausdruck verleihen und Politik und Wohnungswirtschaft zum Handeln zwingen.

Die zweite Vollversammlung Wohnen

Am 6.3. trafen sich in der Distillery wieder zahlreiche Menschen, die sich zum Thema Wohnen und Mieten engagieren. Dabei standen an diesem Abend vor allem Ideen zum Mieterverein, die Weiterentwicklung der politischen Forderungen zum Thema Wohnen sowie das Erstellen von Transparenten für die Demonstration am 6.4. „Gegen Verdrängung und #Mietenwahnsinn“ (Start 14 Uhr Bayerischer Bahnhof) im Vordergrund. Die Flyer und Plakate zur Mobilisierung für die Demo gingen weg wie warme Semmeln 🙂

Beim nächsten Treffen von Leipzig für Alle am 13.3. im Grünen Raum auf der Zschocherschen Straße 59 werden wir die Demo weiter vorbereiten und noch mehr Transparente gestalten.

Pressemitteilung „Leipzig für Alle: Aktionsbündnis Wohnen“

„Leipzig für Alle: Aktionsbündnis Wohnen“ lädt am kommenden Mittwoch, den 6. März um 18 Uhr zur zweiten Vollversammlung in die Distillery (Kurt-Eisner-Straße 108a, 04275 Leipzig) ein. Einlass ist bereits ab 17:30 Uhr. Interessierte sind herzlich willkommen.

Im Mittelpunkt stehen die Planungen und Diskussionen um die bundesweite Aktionswoche „#Mietenwahnsinn“ Anfang April, während der auch in Leipzig eine Demonstration stattfinden wird.

„Gemeinsam mit Initiativen und von Mieterhöhung und Verdrängung Betroffenen wollen wir die Forderungen nach bezahlbaren Mietwohnungen in Leipzig deutlich stärker werden lassen“, so Maria Kantak vom Aktionsbündnis Wohnen.

„Die Anzahl an Räumungsklagen in der Stadt hat zugenommen, immer mehr Menschen können sich die hohen Mieten nicht leisten und werden verdrängt. Auch die neuen Wohnviertel mit Angebotsmieten ab 10 Euro werden das Problem nicht lösen. Umso notwendiger ist es daher, vor der Kommunal- und Landtagswahl auf das Problem hinzuweisen und den Handlungsdruck deutlich werden zu lassen. Wir laden alle Interessierten herzlich ein, gemeinsam mit uns über Lösungen zu sprechen und Druck für bezahlbare Mieten zu machen“, so Kantak abschließend.

Leipzig, 3. März 2019

Vorbereitungstreffen am 27.2. für Demo gegen #Mietenwahnsinn (6.4.2019)

Am 6.4.2019 schließen wir uns Berlin, Stuttgart, Dortmund, Freiburg, Köln, Jena, Potsdam und auch Barclona und Lissabon an und demonstrieren gegen #Mietenwahnsinn und Verdrängung.

Für die Vorbereitung dieser Demo treffen wir uns am Mittwoch den 27.2.2019 im Pöge-Haus ab 19 Uhr. Kommt vorbei!

Vollversammlung Wohnen: Wir wollen eine Stadt, in der alle wohnen können!

Am 7.2.2019 trafen sich in der Distillery über 70 Menschen, die in Leipzig im Kontext Recht auf Stadt, Mieten und Wohnen aktiv sind. Nach einem Überblicksvortrag zur Leipziger Wohnungspolitik von Prof. Dr. Rink (UFZ) wurde in 4 Gruppen zu den Themen Planung konkreter Aktionen, Vernetzung der Leipziger Gruppen, Formulierung politischer Forderungen sowie Unterstützung von Betroffenen gearbeitet.

„Es ist unbedingt notwendig, die Politik, aber auch die Bürgerinnen und Bürger  wachzurütteln, um für das Recht auf Wohnen gemeinsam einzustehen. Wir benötigen in Leipzig in der kommenden Zeit zusätzliche 5000 bis 6000 Wohnungen jährlich. Günstige Mietwohnungen müssen durch geeignete  Rahmenbedingungen gesichert und Wohnsubstanz durch nachhaltige und angepasste Sanierung erhalten werden“ so Maria Kantak. Verschiedene Pläne wurden geschmiedet, erste Treffen neu gegründeter Arbeitsgruppen verabredet und Kommunikationswege geknüpft.

Am 6.3.2019 findet in der Distillery ab 18 Uhr das nächste Bündnistreffen statt.

Neuer Ort für Vollversammlung: Distillery

Wir mussten umdisponieren und so findet die Vollversammlung Wohnen am 7.2. nun ab 18 Uhr (Einlass 17:30 Uhr) in der Distillery (Kurt-Eisner-Str. 108 A) statt.

Dieses Treffen soll zum gegenseitigen Austausch und zur Planung von Aktionen dienen, um unser gemeinsames Anliegen wirkungsvoll in die politische Debatte einzubringen.

Leipzig für alle: Vollversammlung Wohnen

  • Do 7.2. 2019 18 Uhr (Einlass 17:30 Uhr)
  • Ort: Distillery
  • Impulsvortrag Prof. Dr. Rink („Wohnungsmarkt und Wohnungspolitik in Leipzig“)
  • anschließend Arbeit in Arbeitsgruppen

Leipzig für Alle: Aktionsbündnis Wohnen organisiert eine Vollversammlung für alle Menschen und Initiativen, die sich zu den Themen Mieten und Wohnen engagieren.

Dieses Treffen soll zum gegenseitigen Austausch und zur Stärkung gemeinsamer Interessen und insbesondere zur Planung von Aktionen dienen, um unser gemeinsames Anliegen wirkungsvoll in die politische Debatte einzubringen.

Wir würden uns freuen, wenn ihr am 7. Februar im Werk 2 mit dabei seid.

Leitet unsere Einladung gerne an weitere Interessierte weiter.

Organisatorisches

Kinderbetreuung auf Anfrage möglich (leipzigfueralle@posteo.de)

Getränke gegen Spende

Bringt eure Selbstvorstellung (Link zur Vorlage) und Aktionsideen für das Wahljahr 2019 mit!

1. Planungstreffen am 12.12.2018 für eine Vollversammlung

Unsere Gruppe „Leipzig für Alle: Aktionsbündnis Wohnen“ plant derzeit eine Vollversammlung aller Menschen und Initiativen, die sich zu den Themen Mieten und Wohnen engagieren. Dieses Treffen soll im Februar 2019 stattfinden. Zur Zeit befinden wir uns in den Vorbereitungen und möchten Interessierte in die Planungsphase einbinden. Dafür laden wir für den 12.12.2018 um 19 Uhr ins Pöge-Haus (Hedwigstr. 20) ein.

Die Vollversammlung soll zum gegenseitigen Austausch und zur Stärkung gemeinsamer Interessen und insbesondere zur Planung von Aktionen dienen, um unsere Anliegen wirkungsvoll in die politische Debatte einzubringen.

Wer gerne an dem Planungstreffen am 12.12. teilnehmen möchte oder unabhängig davon weiter informiert bleiben will, meldet sich bitte unter leipzigfueralle@posteo.de.

Wenn ihr weitere Interessierte kennt, leitet unsere Einladung gerne weiter.

Caritas Kampagne 2018: „Jeder Mensch braucht ein Zuhause“

Mit der Kampagne „Jeder Mensch braucht ein Zuhause“ macht die Caritas 2018 auf die 1 Million fehlenden Wohnungen in Deutschland aufmerksam und setzt sich ein für bezahlbaren Wohnraum. In Leipzig, wie schon zuvor in vielen weiteren Städten, wurde am 5.10.2018 auf dem „Kleinen Leuschnerplatz“ ein Zimmer auf der Straße aufgebaut, um mit den Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen. In verschiedenen Redebeiträgen auch von Menschen, die selbst von Wohnungslosigkeit betroffen sind, wurde das Thema beleuchtet.

Leipzig für Alle: Aktionsbündnis Wohnen war mit zwei Beiträgen vertreten:

Stefan Lange:

Wohnen ist ein Menschenrecht – die Stadt gehört allen!

Die Einladung zu dieser Veranstaltung enthält einen Widerspruch.
Es wird von Menschenrecht gesprochen
und dieses im weiteren Einladungstext in
Zusammenhang mit einem Bezahlvorgang gebracht.
Dem muss man von Anfang an kategorisch widersprechen.

Unser Leben und unsere Lebensorte sind keine Ware.
Heimat, Sicherheit, Geborgenheit, Rückzugsorte sind nicht verhandelbar.
Den Zugriff auf diese Orte durch nicht dort Lebende,
muss man mit aller Macht unterbinden.
Und ich meine wirklich mit aller Macht.

Sagen wir doch einfach:
„Die Wohnung ist keine Handelsware.“
„Der Grund und Boden gehört allen! Und das bleibt so.“

Verbieten und unterbinden wir die Spekulation mit Wohnraum.
Führen wir hier den Begriff „sittenwidrig“ ein und bestrafen jeden Verstoß rigoros.

Das hat schon immer gegolten und ist nur in den letzten 30 Jahren des Turbokapitalismus,
die exakte Bezeichnung ist eigentlich Imperialismus,
geschliffen worden –
um Platz und Raum für den Extraprofit zu schaffen.
Für 300% Profit, so zitiert Marx einen Gewerkschafter,
ist das Kapital zu jedem Verbrechen bereit.

Und wer es mit Marx nicht so hat:
Weh denen, die ein Haus zum andern bringen und einen Acker an den andern rücken,
bis kein Raum mehr da ist und sie allein das Land besitzen!
Steht bei Jesaja Kapitel 5 Vers 8

Und wem auch die Bibel nicht Antwort gibt
der sei auf Rousseau verwiesen:
Ihr seid verloren, wenn ihr vergesst, dass die Früchte allen gehören und die Erde niemandem.

Also holen wir uns unsere Städte zurück.
Den Grund und Boden,
die Häuser und Wohnungen
und unsere Stadtluft die frei macht und nicht verdreckt sein sollte.

Welch krude Idee steckt hinter dem Wort „Betongold“?
Kennen die,
die dieses preisen,
nicht den König Midas?

Die Ratgeber die landauf landab gebetsmühlenartig die Ware Wohnen preisen
und uns auf den besagten Holzweg schicken wollen
zu ihrem eigenem Vorteil,
die uns verkaufen wollen was wir gemacht haben,
für die gibt es keine Flüsse auf dieser Welt
die ihnen den Fluch abwaschen können.
Sie werden an ihrem Geld nicht glücklich.
Und wie wollen wir es tun?

Wie wollen wir uns unser Leben in unseren Städten und Dörfern,
in den Gemeinden und Häusern zurück holen?
Als erstes gilt es die Lethargie, die „da kann man eh nichts ändern“ Haltung abzulegen.

Jedes mal wenn wir jemand
von der Kanzel,
vom Rednerpult,
vom Podium herab
von sozial schwach sprechen hören,
fallen wir ihm ins Wort und sagen:
„Du meinst arm?“

Jedes mal wenn jemand
von oben herab
von bildungsfernen Schichten spricht,
fallen wir ihm ins Wort und sagen:
„Du weißt nicht was sie wissen.“

Jedes mal wenn jemand sagt,
das ist zu kompliziert das kann man nicht so einfach erklären,
dann sagen wir:
„Dann erklär es uns lang und breit, wir haben Zeit.“

Und gehen wir hin, zu denen die für uns sprechen wollen,
zu den Gewählten und den Nicht-Gewählten,
die hier in Leipzig in dem prachtvollem Haus da drüben arbeiten,
und fragen sie:

  • Warum verkauft ihr immer noch unsere Stadt?
  • Warum füttert ihr weiterhin die Gier der Christoph Gröner dieser Welt?
  • Warum glaubt ihr
  • in unserem Namen
  • gegen unseren Willen alles zur Ware machen zu müssen?

In Bezug auf das Wohnen fordere ich:

  • Die Gemeinnützigkeit für Wohnraum und dessen Bewirtschaftung bindend einzuführen. Das gilt auch für vermietete Gewerbeimmobilien. Ein angemessener Ertrag ist davon nicht berührt.
  • Die Veränderung der Eigentumsverhältnisse von Wohnraum und Boden bedürfen einer Genehmigung durch die Gemeinde auf dessen Territorium sich diese befinden.
  • Wer Grund und Boden erwirbt, muss angeben was er damit vor hat. Tut er dies nicht wird er nicht Eigentümer. Nach einer angemessenen Frist muss er sein Vorhaben ausführen.
  • Nicht genutzter Wohnraum und Grund und Boden fällt nach einer angemessenen Frist an die Kommune zurück. Eine Entschädigung kann gezahlt werden.
  • Es wird durch die Stadt Leipzig ein Ressort geschaffen das juristische Kompetenz im Miet- und Wohnrecht aufbaut und Bürgern der Stadt Hilfe und Unterstützung bei juristischen Auseinandersetzungen in diesen Bereichen gibt. Die Hilfe ist gebührenpflichtig und kann in begründeten Fällen für den Ratsuchenden kostenfrei gestellt werden.
  • In der Stadt Leipzig wird ein Bürgermeisteramt für Wohnen geschaffen. Dieses Amt soll die Planung und Gestaltung einer lebenswerten Stadt betreuen. Das Amt erhält ein Vetorecht bei allen Entscheidungen die das Wohnen mittelbar oder unmittelbar betreffen. Diese Entscheidungen bedürfen einer Begründung.
  • Wohnungslose oder von Wohnungslosigkeit bedrohte Bürger erhalten Unterstützung.
  • Kinder und Jugendliche werden durch ein kompetentes Team wenn durch die Betroffenen gewünscht intensiv betreut.
  • Alle Parteien und Bürger die sich zur Kommunalwahl stellen, sollen ein gesondertes Wohnungspolitisches Konzept vorlegen. Dies muss als solches ausgewiesen und im Wahlprogramm als Block / Zusammenfassung / erkennbar sein.

Also Wohnen als Menschenrecht ja.

Aber die Stadt,
die gewählten Vertreter,
die Angestellten und Beamten der Verwaltung,
die Beauftragten
müssen alle immer das Thema Wohnen mitdenken.
Es kann nicht sein, dass das Jobcenter Obdachlosigkeit erzeugt.
Das Teile einer Wohnung gesperrt werden.
Das Mitarbeiter der Ämter,
denen die von der Erwerbsarbeit ausgeschlossen sind,
sagen wie und wo sie zu leben haben.

Und zum Schluss sei noch gesagt:
Ich hab vorgesorgt fürs Alter.
Ich habe Kinder.
Liebe deine Stadt.

 

Maria Kantak:

Seit über 10 Jahren wohnen mein Mann und ich und seit fünf Jahren auch unser Sohn in Plagwitz in einem Mietshaus auf der Karl-Heine-Straße. Vor ca. einem Jahr bekamen wir eine Modernisierungsankündigung, in deren Folge unsere Miete um 450% steigen wird. Das bedeutet für uns, dass wir aus unserer Wohnung ausziehen müssen. Denn diesen Mietpreis können wir uns, trotzdem wir beide berufstätig sind, nicht leisten. Auch unser vertrautes Wohnumfeld werden wir verlassen müssen, denn mittlerweile ist es hier einfach zu teuer. So wie viele andere hier in Leipzig werden wir verdrängt. Gentrifiziert von geldgierigen Unternehmen, die Profit schlagen wollen aus den Schutz- und Rückzugsorten der Menschen.

Das in unserem Haus sogar Ferienwohnungen aus den Mietwohnungen entstehen sollen – also die Wohnungen nicht nur teurer werden, sondern sogar schlicht den Leipziger_innen nicht mehr zum Wohnen zur Verfügung stehen, ist der blanke Hohn.

Leipzig gilt als eine Stadt der Vielfalt, als eine Stadt mit Bürgern und Bürgerinnen mit Zivilcourage. Damit dies auch in Zukunft so bleibt, wünsche ich mir, dass Menschen verschiedenster Couleur nebeneinander Wohnen können, weil sie es sich einfach leisten können. Weil sie es sich leisten können, da zu wohnen, wo es ihnen gefällt, wo es für die Organisation ihres Lebens Sinn macht. Durch Ghettoisierung wird der Zusammenhalt und das Verständnis zwischen den Menschen definitiv nicht erhalten bleiben. Um der Separierung der Menschen entgegenzuwirken, müssen Maßnahmen wie die Erhaltungssatzungen für einzelne Stadtteile genauso umgesetzt werden, wie die Mietpreisbremse und die Ausweitung des sozialen Wohnungsbaus. Ich wünsche mir, dass jeder und jede so wohnen kann, wie er oder sie möchte – ob nun in der Altbauwohnung, auf dem Wagenplatz, im Neubau, in einem Hausprojekt oder in einer WG.