Aufruf

Noch vor fünfzehn Jahren war das Wort „Gentrifizierung“ ein wissenschaftlicher Fachbegriff!
Heute hat der Begriff leider unrühmliche Bekanntheit erlangt. Gerade in Leipzig spüren wir deutlich, was das heißt: Große Firmen wie die CG-Gruppe, die Stadtbau AG und viele andere kaufen sich die Stadt, um daraus möglichst viel Profit zu schlagen. Die Bedürfnisse und auch Rechte der Bevölkerung auf Wohnen, Kultur, sozialen Zusammenhalt und Rückzugsmöglichkeit werden dabei nur noch für einen kleinen Teil erfüllt – für den, der es sich leisten kann. Der Großteil jedoch wird an den Rand der Gesellschaft gedrängt.

Die Folgen sind für uns alle zu spüren!
Während in unseren Vierteln Luxuswohnungen entstehen, wird der Wohnungsmarkt immer angespannter. Viele von uns finden schon jetzt keine Wohnungen mehr oder sind davon bedroht, in den nächsten Jahren heftige Mietsteigerungen zu erleben und ihre Wohnungen verlassen zu müssen. Die Grünflächen verschwinden und auch selbstverwaltete, kulturelle und soziale Projekte finden kaum noch Platz, sich zu entfalten.

Diese Entwicklung wird zunehmen!
Seit Jahren kämpfen Gruppen und Personen gegen die profitorientierte Umgestaltung dieser Stadt an. Und es wird immer wichtiger, nicht von der Straße zu gehen, denn Gentrifizierung ist nichts Abstraktes: Sie betrifft Menschen auf ganz unterschiedliche Weisen, denen gemeinsam ist, dass Bedürfnisse hinter die Logik des Marktes zurückfallen.

Wir müssen heute kämpfen, wenn wir morgen in dieser Stadt noch einen Platz haben wollen!
Wir rufen die unterschiedlichen Betroffenen, Projekte und stadtteilpolitischen Gruppen auf, mit eigenen Aufrufen und im Vorfeld der Demonstration dazu beizutragen, den vielfältigen sozialen Kämpfen in dieser Stadt einen Ausdruck zu geben.

Wir haben eine gemeinsame Stimme und fordern ‚Stadt für alle statt für Profite!‘

Wir setzen Solidarität und Widerstand gegen die kapitalistische Wohnungspolitik!

Demonstriert mit uns am 20.04. gegen Mietenwahnsinn und Verdrängung!